Hoch über dem Bleniotal, in der Nähe von Malvaglia, lässt uns eine kleine Siedlung einen Blick in die Vergangenheit des Tessins werfen… Montegreco

…auf der gegenüberliegenden Talseite lassen sich noch immer kleinbäuerliche Praktiken beobachten, mit Terrassen, Wiesen und Weiden.

Die verwendeten Baumaterialien waren Kastanienholz und Steine… ein Quadratmeter Gneisdach kann bis zu 500 kg/m² wiegen… eine echte statische Herausforderung.

Der Mittelpunkt… die Feuerstelle… kochen, räuchern und heizen… leben.

Heute kaum zu glauben… vor 200 Jahren gab es eine schwere Hungersnot in der Schweiz.

Als ob die Zeit stehen geblieben wäre… Giornale del Popolo von 1973…

Zeuge der Geschichte… eine natürliche Mauer… jeder Stein wurde verwendet und mit den anderen zu einem harmonischen Ganzen verbunden… großer Respekt und Staunen für diese handwerkliche Meisterschaft.

Perfekt eingepasste Türe… jede Türe ein Unikat.

Auch die Schlösser wurden individuell gefertigt und montiert…

…jeder Nagel ist einzigartig.

Das Getreide, hauptsächlich Roggen, wurde auf Holzrosten getrocknet.

Bereits 1927 unterstützte die Schweizerische Eidgenossenschaft die Erhaltung und den Wiederaufbau der Siedlung. Seit 2011 widmet sich die Stiftung „Fondazione Montegreco“ mit Hilfe zahlreicher Freiwilliger dem Wiederaufbau und der Wiederbelebung des Dorfes… auch wir sind stolz darauf, mit unseren Highland-Rindern die traditionellen landwirtschaftlichen Praktiken der Beweidung wieder aufleben zu lassen. Eine Wiedergeburt der Landwirtschaft in Montegreco.

…Die Steindächer werden mit den Originalmaterialien restauriert…

…aber es wird auch ein modernes und minimales Energieversorgungssystem aufgebaut.

Die Vorplätze vor den Häusern werden neu gestaltet…

…und die Verwendung von Kastanienholz für die Innenräume wird fortgesetzt.

Gärten werden auf traditionelle Weise vor dem Eindringen von Vieh und Wild geschützt.

Eine kleine Seilbahn für den Materialtransport trägt zur Grundversorgung des Dorfes bei.

Die Aufwertung des Dorfes durch den Bau eines kleinen „Hotels“ ist geplant… Austragungsort verschiedener Kurse.

Die wiederaufgebaute Kirche San Giuliano mit ihrer Glocke aus dem Jahr 1624 ist allein schon einen Besuch wert.

Mehrere Kilometer Trockenmauern wurden restauriert…

…und die „Brotbäume“ des Tessins… die Kastanien werden besonders respektiert und gepflegt.

Und… neue Bäume werden gepflanzt… ein Zeichen der Zukunft… nicht nur für Montegreco.
„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Martin Luther (1483–1546)